Sportakrobatinnen erfolgreich bei der WM in China

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Im Finale auf Platz Fünf

Putian (China) / Schwerin • Mittlerweile sind alle WM-Teilnehmerinnen des VfL Schwerin wieder heil und gesund aus China nach Schwerin zurückgekehrt. Nachdem das Zweiergespann Camille Herrmann (Kl. 11S) und Lilly Kutta (Kl. 8a) einen mehr als beachtenswerten fünften Platz in China für sich verzeichnen konnte, ist nun auch das Trio mit Michelle Mausolf (Kl. 13S), Shirley Klier (Kl. 12S) und Gofrahn Solh (Kl. 9a) wieder in der Heimat angekommen.

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Erfolgreich im Finale: Mit Ihrer „Vogelchoreografie“ fliegen Camille Herrmann und Lilly Kutta an Belgien, China und Israel vorbei auf den fünften Platz
Über 3.000 Zuschauer verfolgten in der ausverkauften Olympiahalle bei der Weltmeisterschaft der Sportakrobatik in Putian, China die Kombiübung des Schweriner Damenpaares Camille Herrmann und Lilly Kutta in der Age Group 12-18. Mit ihrer anmutigen „Vogelchoreografie“ in ihren selbstentworfenen türkis-grünen Anzügen „flogen“ sie im Finale der acht besten Nationen vorbei an China, Belgien und Israel auf einen sensationellen fünften Platz.

Großer Jubel ging durch die Halle, als die beiden den Standspagat lösten mit Winkelstütz sicher auf die Matte brachten. Das hatte zuvor nur die USA gezeigt. Auch alle anderen Elemente klappten. „Es war eine sehr schöne Übung, ausdrucksstark und kraftvoll. Ich bin sehr zufrieden und glücklich mit dem Ergebnis“, sagte Trainerin Karola Mevius anschließend. „Wir haben es geschafft, große und seit Jahrzehnten leistungsstarke Nationen in der Sportakrobatik hinter uns zu lassen. Hier ins Finale zu kommen und dann mitzuhalten ist ein großartiger Erfolg.“ Camille und Lilly traten glücklich und zufrieden die 20-stündige Heimreise an. „Jetzt drücken wir unserer Dreiergruppe die Daumen“, sagten
Camille und Lilly über Michelle Mausolf, Gofrahn Solh und Shirley Klier,  die einige Tage später in der Seniorenklasse ihre Wettkämpfe begannen.

Nach dem ersten Wettkampftag waren die drei Sportlerinnen des Trios in der Klasse der Senioren insgesamt sehr zufrieden mit der Bewertung ihrer Leistung. Allerdings waren sie ein bisschen erstaunt über die niedrige Wertung in Artistik. „Normalerweise bekommen wir da mehr Punkte als in der Technik”, meinte Michelle Mausolf. Gofrahn Solh ahnte jedoch, woran es gelegen haben könnte: „Wir waren an manchen Stellen zu lasch.” In der ersten Zwischenwertung bedeutete dies Platz elf beziehungsweise Platz neun in der Nationenwertung.

Frohen Mutes und hochmotiviert ging es mit viel Spannung in den zweiten Wettkampftag. Die drei präsentierten eine gelungene Übung, wirkten aber trotzdem ein wenig frustriert, was wohl an dem fehlenden einarmigen Handstand auf ihrem Paradeelement, der freien Spitzwinkelpyramide, lag. Der Bundestrainer meinte, dass die drei Akrobatinnen nicht auf Sicherheit geturnt hätten, sondern dass Gofrahn Solh nicht die richtige Position hatte, um den Arm zu lösen. Darüber ärgerten sich die Perfektionistinnen natürlich sehr, weil die Vorstellung sonst sehr gut gelaufen war.

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Camille und Lilly übergeben das Glücksmaskottchen von Ministerpräsident Erwin Sellering an Michelle, Shirley und Gofrahn zusammen mit Trainerin Karola Mevius
Tag Drei der Wettkämpfe brach an. Noch einmal wurde sich gegenseitig motiviert, um die viel trainierten Elemente sicher zu demonstrieren. Die Devise der Trainerin Karola Mevius lautete: „Heute machen wir den Einarmer auf jeden Fall. Wir haben nichts zu verlieren. Alles oder nichts!” Daran hielten sich die Sportlerinnen auch. Allerdings gelang der Einarmer auf der freien Spitzwinkelpyramide wieder nicht wie erhofft. Gofrahn Solhs Rettungstat zum Ausbalancieren, der freie Arm senkrecht nach oben gestreckt, blieb eine Rettungstat. Das viel zu kurze Fixieren des einarmigen Handstandes wurde durch die Kampfrichter hart bestraft. Deshalb reichte es für die drei Akrobatinnen leider nicht für das Finale. Wenn von dem Trio Michelle Mausolf, Sherley Klier und Gofrahn Solh auch nicht alle drei Übungen perfekt gezeigt werden konnten, so haben sich die drei Sportakrobatinnen vom VfL Schwerin nach Einschätzung des Bundestrainers doch sehr gut zwischen den Profis der Weltspitze präsentiert. „Mehr als ein Zehnter Platz in der Nationenwertung war nicht drin. Die Weltspitze turnt in der höchsten Leistungsklasse einfach zu schwer, zu sicher, einfach zu gut”, so der Bundestrainer.

Bei allem Ärger über verpasste Chancen und misslungene Figuren, die sonst stets perfekt sitzen, freuen sich die drei Akrobatinnen darüber, sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert zu haben und Eindrücke erlebt zu haben, auch kulturelle Erlebnisse abseits des Sports, die sie ihr Leben lang nicht wieder vergessen werden.

Die Inhaberin des Dentallabors Gerds+Werchan, Kathleen Gerds, fieberte die ganze Zeit über das Internet mit den beiden Teams bei den hochkarätigen Wettkämpfen mit. „Diese anmutige und hochprofessionelle, aber leider noch nicht so bekannte Sportart muss man einfach unterstützen”, so die Worte von Kathleen Gerds, als sie die beiden Formationen, das Duo Camille Herrmann, Lilly Kutta und das Trio Michelle Mausolf, Sherley Klier und Gofrahn Solh, erstmals live bei der Deutschen Meisterschaft der Sportakrobatik in der Palmberg-Arena im Oktober 2015 sah. Ihr Dentallabor sponserte die Athletinnen sehr gern, denn internationale Wettkämpfe sind bei Randgruppensportarten nur über engagierte
Sponsoren finanzierbar.

VfL Schwerin