Erlebnisbericht – Duisburg

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Die Teilnahme am Juniorlager in Duisburg ist für jeden Fußballer nicht nur eine Auszeichnung, da man zu den 16 besten Fußballern seines Landes gehört und dieses vertreten darf, sondern auch eine Chance. So sind bei diesem Jugendturnier sowohl die besten Spieler aus einem Jahrgang vertreten als auch unzählige Talentsichter. Damit ist dieses Event für einen Schweriner Landesliga-Spieler eines der wenigen Saison-Highlights.
In diesem Jahr hatten Chris Burmeister, Philipp Ostrowitzki und Hannes Wolf, der von seiner Berücksichtigung erst am Vorabend erfuhr, die Ehre vom 18.- 23. Oktober nach Duisburg zu fahren…

Nach der guten Vorbereitung beim NOFV-Pokal, wo wir den zweiten Platz erreichen konnten, und bei einem Lehrgang in Güstrow, traten wir mit relativ hohen Erwartungen die siebenstündige Busreise nach Nordrhein- Westfalen an, obwohl wir natürlich wussten, wie schwer es mecklenburger Mannschaften bisher gelang, eine gute Platzierung zu erreichen. Doch die Vorzeichen standen gut, da ausgerechnet wir aufgrund der ungeraden Anzahl an Landesverbänden (23) das Glück hatten ein „Freilos“ für den ersten Spieltag zu erhalten und somit 2 Punkte geschenkt zu bekommen. Daher wurde die Stimmung auch nicht durch unsere erhebliche Personalnot getrübt. Denn es fiel die komplette Innenverteidigung in Duisburg aus. Nachdem der erste Tag lediglich zur Anreise, der Turniereröffnung und einer kurzen Trainingseinheit genutzt wurde, hatten wir am zweiten Tag die Möglichkeit, unser Team bei einem – für die Turnierwertung unerheblichen – Duell gegen die A-Jugend Bayer 04 Leverkusen einzuspielen. Zwar verloren wir mit 3:1 (0:0), doch es blieb die Erkenntnis, dass man selbst gegen solch außerordentlich starke Gegner in der Lage ist, in der Defensive sicher zu stehen und ein Spiel „zu Null“ zu gestalten, wie es uns auch in der ersten Halbzeit gelang. Letztendlich schlossen wir den ersten Turniertag trotz der Niederlage mit einer Bilanz von 2 Punkten und 0:0 Toren ab, was einem Sieg ohne erzielte Tore gleichkam.
Am nächsten Tag wurde es zum ersten Mal richtig ernst. Gegen das Saarland entschied sich, ob unser Weg nach oben oder nach unten führen sollte. Wir gewannen vollkommen souverän 2:0(0:0). Zudem war eine Steigerung zum ersten Spiel gegen Leverkusen zu erkennen. Nachdem wir nach 2 Spielen die maximale Anzahl an Punkten (nämlich 4) auf unserer Seite hatten, wurde uns allmählich bewusst, dass es uns gelingen könnte, eine Überraschung zu schaffen und eine Medallie zu gewinnen.
Der kommende Tag war ein Ruhetag, den wir im Schwimmbad verbrachten….
Wie zu erwarten war, trafen wir mit Bremen auf einen starken Gegner im dritten Spiel. Trotz unseres Selbstvertrauens und unserer Motivation, welche der Tabellensituation geschuldet waren, gelang es uns nicht, uns auf den Punkt zu konzentrieren und die Vorgaben des Trainers Thomas Klemm auf dem Platz umzusetzen. So zumindest in der ersten Halbzeit, die wir mit 1:0 verloren. In der zweiten Halbzeit machten wir zwar Druck und waren spieldominant, doch mit einem umstrittenen Platzverweis gegen uns wurden unsere Bemühungen im Keim erstickt. Wir verloren sogar noch mit 2:0.
Der Traum von einer guten Platzierung schien schon geplatzt, doch wir wollten im letzten Spiel alles geben und die bestmögliche Platzierung erreichen. Was fehlte war das Tor. So wurde z.B. ein Elfmeter verschossen. Als Konsequenz für unsere Nachlässigkeit vor dem gegnerischen Tor war der Gegentreffer kurz vor der Pause. Doch wir steckten nicht auf und legten auf die ohnehin schon ordentliche Leistung noch eine Schippe drauf. Im 4. Spiel innerhalb von 5 Tagen war es vor allem eine Frage des Willens. Mit einer Energieleistung bewältigten wir diesen Kraftakt und gewannen mit 2:1. Dieser Sieg spülte uns überraschender Weise auf Rang 4 vor, nur ein Tor schlechter als der Drittplatzierte. Dies war ein hervorragendes Ergebnis, auch wenn eine gewisse Enttäuschung über den knappen Rückstand vorhanden war.
Auch für die Schweriner Jungs war es ein positiv zu bewertendes Turnier. Alle drei – Chris Burmeister, der vorallem im letzten Spiel eine überdurchschnitlich gute Leistung ablieferte, Philipp Ostrowitzki, der als Mannschaftskapitän auf ungewohnter Position solide Leistungen ablieferte, und auch Hannes Wolf, der mit guten Kurzeinsätzen der Mannschaft wichtige Punkte sichern konnte – waren wichtige Puzzle-Teile für das Erreichen dieses Ergebnisses. In die Nationalmannschaft wurde jedoch keiner aus dem Land Mecklenburg- Vorpommern berufen.

Schwerin, Oktober 2008
Von Philipp Ostrowitzk  (Klasse 12S)
und Hannes Wolf (Klasse 11S)

DuisburgKevin Pannewitz, Sascha Steinfeld, Manfred Starcke,
Hannes Wolf, Chris Burmeister, Michael Borchert, Robert Pätzoldt, Martin Lukaschick, Maurice Eikic, Dennis Wegner, Nick Lösel, Tom Wilke, Patrick Schröder, Kevin Müller, Lukas Albrecht,
Philipp Ostrowitzki, Herr Klemm (Landestrainer MV),
Herr Frei (Physiotherapeut)