Leichtathleten bei Erwachsenen-DM in Berlin am Start

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Schon das Erlebnis, im Olympiastadion einen Wettkampf zu bestreiten, in diesem Falle die Deutschen Meisterschaften, brachte bei den Sportlern und auch bei vielen Trainern eine angenehme „Gänsehaut“. Viele erinnerten sich an die tollen Wettkämpfe im vergangenen Sommer (EM) als Zuschauer und die grandiose Stimmung, welche in diesem einzigartigen Stadion durch zig Tausende erzeugt wurde.

Dass bei einer Deutschen Meisterschaft in diesem riesigen Stadion eine ähnliche Stimmung aufkommen könnte und an 2 Tagen ca. 70.000 Besucher die Athleten (Jeden) anfeuern würden, hatte im Vorfeld kaum jemand erwartet. Sicher trug auch das Format 10 Meisterschaften in Berlin zum Gesamterfolg bei. Und wenn die verantwortlichen Organisatoren nebst Fernsehen sofort von einer Neuauflage sprachen, hat das schon Gewicht!

Mittendrin auch 5 Athleten des SSC! Alle mit den verschiedensten Voraussetzungen.Tobias Hell (ehemaliger Schüler des Sportgymnasiums), als erfahrenster Meisterschaftsteilnehmer und Medaillengewinner bei den Großen, konnte nach seiner Verletzung – dadurch keine Chance im Vorfeld Wettkämpfe zu bestreiten – mit einer Sonderstartgenehmigung des DLV und des Bundestrainers teilnehmen. Platz 6 mit 14,96 m war am Ende knapp unter seinem Ziel, da in diesem Wettkampf Bronze mit 15,31 m vergeben wurde. Aber das Erlebnis bleibt trotzdem und motiviert für eine folgende Hallen- und Freiluft-Saison 2020.

Die Stabhochspringer Tom-Linus Humann (7.) und Gilian Ladwig (8) (beide ehemalige Schüler des Sportgymnasiums) , noch in der U23 startberechtigt, hatten noch etwas vor. 5,41 m, neue Bestleistung bzw. ihre guten Ergebnisse aus der laufenden Saison zu bestätigen stand auf dem Plan. Bei 5,01m begannen beide. Darauf übersprangen sie 5,21 m im ersten Anlauf, leider gelang beiden die 5,31 m nicht mehr. Für Platz 5 brauchte man 5,41 m. Trotzdem war dieser Wettkampf ein Erlebnis von Pokern bis Verpokern und am Ende mit Dramatik.

Bereits am ersten Tag dieser Meisterschaften ging Stabhochspringerin Dovile Scheutzow (derzeit Schülerin des Sportgymnasiums) , unsere jüngste Teilnehmerin, 6. der U20 EM, an die Anlage. Schon diese einzigartige blaue Bahn, die Farbe ist geschützt, verschafft ein besonderes Flair. Dovile wollte unbedingt ihr für sie enttäuschendes Ergebnis der Jugendmeisterschaften (Ulm) korrigieren. Dort wurde sie  4. mit 3,80 m. Als 19-Jährige bei den Erwachsenen dabei zu sein, ist schon etwas Besonderes. Toll, dass sie ihre „Visitenkarte“ hinterlegt hat und sicher wieder Erfahrungen für die Zukunft mitnehmen konnte. Platz 11 und erneut über 4 Meter:  4,01 m standen am Ende.

Ebenfalls mit Sonderstartgenehmigung des DLV konnte Hochspringer Luca Meinke (ehemaliger Schüler des Sportgymnasiums) diese super Stimmung erleben. Hatte er sich doch die ganze Sommersaison immer wieder bei den Wettkämpfen gestellt! In der Hoffnung, dass sein Sprunggefühl zurückkehrt und die Verletzung aus dem Dezember 2018 keine Rolle mehr spielt, wollte er unbedingt die Saison mit einem ordentlichen Ergebnis abschließen. Zwei gute Sprüngen im Einspringen ließen Hoffnung aufkeimen. Doch die folgenden Sprünge vor Wettkampfbeginn zeigten leider, dass ihm zu viele qualitative Trainingssprünge aus dem Wettkampfanlauf fehlten. Mit Platz 9 und übersprungenen 2 Metern war er am Ende ganz und gar nicht zufrieden. Für 2,10 m im ersten Versuch wurde Bronze vergeben. Am Ende blieb ihm nur der Trost, dass alle anderen auch deutlich unter ihrem Leistungsvermögen blieben, warum auch immer. Auch für Luca waren diese Meisterschaften eine weitere Erfahrung und Motivation für die kommende Winter- und Freiluftsaison.

G. Wessig (Trainer)