Judo Bundessichtung

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10 Jahre Schule – 11 Jahre Judo

Knapp 11 Jahre sind vergangen, seit ich mein erstes Judotraining mit 5  Jahren absolvierte. Meine Eltern merkten schon früh, dass ich einen großen Bewegungsdrang verspürte und somit schien die Sportart Judo die richtige für mich zu sein. Außerdem war mein Vater auch aktiver Judoka und ist bis heute der Sportart verbunden. In meinen ersten Trainingsstunden lernte ich die Grundelemente wie die Fallschule  und die einfachen Stand- und Bodentechniken. Auch Werte wie zum Beispiel Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Ernsthaftigkeit und Respekt wurden meinen Trainingskameraden und mir vermittelt, die auch im Alltag nicht unwichtig sind. Innerhalb der nächsten Jahre nahm ich an den ersten Wettkämpfen teil (anfangs bis 23 kg) und legte unter anderem erfolgreich meine erste Gürtelprüfung ab.
In der Grundschule trainierte ich zweimal in der Woche. Allerdings fand ich auch Gefallen am Tennissport und ging dort ebenfalls zweimal pro Woche zum Training. In beiden Sportarten konnte ich so manche Erfolge erzielen. Ende der vierten Klasse musste ich mich dennoch entscheiden, mit welcher Sportart ich am Sportgymnasium aufgenommen werden wollte. Aus heutiger Sicht habe ich mich wohl richtig entschieden: für Judo.
Von da an änderte sich mein Tagesablauf, da ich jetzt auch Vormittagstraining hatte, die Schultage länger wurden und das Training intensiver und häufiger stattfand. An diese Anforderungen gewöhnte ich mich recht schnell und fand die Balance zwischen Schule und Sport. Schon damals empfand ich das Training nicht nur als Leistungssteigerung, sondern auch  als Ausgleich für die Schule. Das Trainingspensum, darunter auch Krafttraining und Athletik, steigerte sich nochmals zu Beginn der neunten Klasse. Statt fünf stehen jetzt sieben Trainingseinheiten in der Woche auf dem Plan.
Die Vorbereitung auf einen Wettkampf ist mit dem häufigen Gang  auf die Waage verbunden. Es ist nicht selten, dass meine Trainingspartner und ich 2-3 kg verlieren müssen, um in der jeweiligen Gewichtsklasse zu starten. Ähnlich gestaltete sich die Vorbereitung auf ein Bundessichtungsturnier in Herne (in der Nähe von Dortmund) am 03.11.2012. Am Start waren 325 männliche Judoka aus allen Bundesländern. Ich kämpfte in der Gewichtsklasse bis 55kg mit 55 Teilnehmern. Den ersten und sehr wichtigen Kampf verlor ich leider durch eine Unachtsamkeit. Ich war nach diesem misslungenen Start von mir selbst enttäuscht und etwas hoffnungslos, da sich dann mein Gegner bis ins Halbfinale durchkämpfen muss, damit ich noch eine Chance auf den 3. Platz erhalte. Tatsächlich schaffte er das und ich nutzte diese zweite Chance als Neustart in den Wettkampf. Innerhalb von ca. 40 min musste ich mich vier Gegnern stellen und konnte alle Kämpfe vorzeitig gewinnen. Nur aufgrund des intensiven Trainings war es möglich, in relativ kurzer Zeit mehrere anstrengende Kämpfe zu bestreiten. Nun war ich noch ein Sieg zur Bronzemedaille entfernt. Durch die zuvor errungenen Siege war ich sehr motiviert und gewann den Kampf um Platz 3 überlegen.
Auf dem Treppchen bei einem deutschlandweiten Turnier zu stehen und vom Bundesjugendtrainer beglückwünscht zu werden, bedeuten mir sehr viel und machen mich stolz. Jeder Erfolg im Judo braucht auch gute Trainingsbedingungen, zahlreiche Trainingspartner und vor allem einen engagierten Trainer. Diese Voraussetzungen sind mir am Sportgymnasium und beim PSV Schwerin gegeben.

Schwerin, 26.11.2012
 
Arne Klimt, 10b